Das Verdrahten einer Push-in-Klemmleiste ist eine unkomplizierte und effiziente Möglichkeit, sichere elektrische Verbindungen für Ihre Projekte oder Automatisierungssysteme herzustellen. Diese Anleitung führt Sie durch jeden wesentlichen Schritt, von der Vorbereitung des Drahtes bis zur Gewährleistung sicherer, zuverlässiger Verbindungen. Ob Sie ein DIY-Enthusiast oder ein professioneller Techniker sind – die Befolgung dieser Anweisungen vereinfacht Ihre Verdrahtungsaufgaben.
Werkzeuge und Materialien, die Sie benötigen
Bevor Sie beginnen, müssen Sie die folgenden Werkzeuge und Materialien vorbereiten:
- Abisolierzange – zum präzisen Entfernen der Isolierung.
- Aderendhülsen oder starre Drähte – erforderlich für ein sicheres Einführen.
- Schraubendreher oder Hebelwerkzeug – nur zum Entfernen des Drahtes erforderlich.
- DIN-Schiene (EN 60715) – zur Montage der Klemmleiste.
- Multimeter – zur Prüfung von Durchgang und Spannung nach der Verdrahtung.
💡 Profi-Tipp: Prüfen Sie vor der Verdrahtung stets den auf der Klemme angegebenen Leiterquerschnittsbereich (z. B. 0,5–2,5 mm²), um eine optimale Kontaktleistung zu gewährleisten.
Schritt 1 – Leiter abisolieren
Eine fachgerechte Abisolierung gewährleistet einen sicheren elektrischen Kontakt und verhindert das Verbiegen oder Brechen von Kupferlitzen.
- Verwenden Sie eine hochwertige Abisolierzange, um ca. 10–11 mm Isolierung zu entfernen.
- Bei Litzenleitern am Ende eine Aderendhülse aufcrimpen, um eine glatte zylindrische Oberfläche zu erhalten.
- Stellen Sie sicher, dass kein blankes Kupfer außerhalb des Klemmeingangs freiliegt.

Schritt 2 – In die Push-in-Klemme einführen
Dies ist der entscheidende Vorteil der Push-in-Technologie – schnelles und werkzeugloses Einführen.
- Führen Sie den vorbereiteten Leiter einfach gerade in das runde Leitereinführungsloch ein.
- Die interne Federklemme aus Edelstahl greift den Leiter automatisch fest.
- Es ist kein Schraubendreher und keine Drehmomenteinstellung erforderlich.
- Ziehen Sie nach dem Einführen leicht am Leiter, um zu bestätigen, dass er sicher fixiert ist.
Die Push-in-Verbindung spart bis zu 70 % der Verdrahtungszeit im Vergleich zu herkömmlichen Schraubverbindungen.
🔗 Eine ausführliche Erläuterung des Mechanismus finden Sie unter Push-in-Verbindungstechnologie in Klemmenleisten
Push-in-DIN-Schienen-Klemmenblöcke
- Werkzeuglose Push-in-Verbindung, spart Verdrahtungszeit
- Mehrstufige Optionen (2-stufig/3-stufig) für kompakte Schaltschränke
- 2,5–6 mm² / 24V–600V / Durchgangs- & Erdungsklemmen
- Äquivalente Modelle zu Phoenix/Weidmüller erhältlich
Schritt 3 – Verbindung prüfen & Zugtest
Nach dem Einführen aller Leiter:
- Führen Sie einen leichten Zugtest an jedem Leiter durch, um die ordnungsgemäße Verriegelung sicherzustellen.
- Verwenden Sie ein Multimeter zur Überprüfung des Durchgangs zwischen Eingangs- und Ausgangspunkten.
- Prüfen Sie, dass die Leiter in dieselbe Richtung ausgerichtet sind – eine einheitliche Führung verbessert die Sichtprüfung und die Sicherheit.
Dieser Verifizierungsschritt ist vor dem Einschalten des Systems unerlässlich, insbesondere bei mehrstufigen oder hochdichten Klemmenleisten in PLC-Schaltschränken.
Schritt 4 – Leiter lösen (Taste oder Hebel)
Das Entfernen eines Leiters aus einer Push-in-Klemmenleiste ist ebenso einfach.
- Suchen Sie die orangefarbene Auslösetaste oder den Hebel an der Klemme.
- Drücken Sie diese vorsichtig mit einem Flachschraubendreher oder dem Finger.
- Ziehen Sie den Leiter während des Drückens gerade heraus, um ein Verbiegen oder Beschädigen der Klemme zu vermeiden.
Einige Modelle verfügen über Hebelmechanismen, die diesen Vorgang noch schneller machen – ideal für häufige Wartungsarbeiten in Automatisierungssystemen.
Sicherheits- und Wartungshinweise
Eine fachgerechte Verdrahtung gewährleistet langfristige Zuverlässigkeit und verhindert Überhitzung oder Kurzschlüsse. Beachten Sie diese bewährten Praktiken:
- Prüfen Sie stets Leiterquerschnitt und Isolationsklasse.
- Vermeiden Sie das direkte Einführen verzinntter oder oxidierter Leiter.
- Sorgen Sie für eine klare Kennzeichnung jedes Klemmpunkts.
- Halten Sie den Schaltschrank sauber und staubfrei, um Kontakt oxidation zu vermeiden.
- Überprüfen Sie die Verbindungen regelmäßig im Rahmen der Gerätewartung.
Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen können Push-in-Klemmen über 10 Jahre sicher betrieben werden, ohne nachgezogen werden zu müssen – ein wesentlicher Grund, warum sie in der modernen industriellen Automatisierung bevorzugt werden.
FAQ – So verdrahten Sie Push-in-Klemmenblöcke
A1: Push-in-Klemmenblöcke verwenden einen Federklemmmechanismus der den Leiter beim Einführen automatisch greift. Die interne Edelstahlfeder hält einen konstanten Kontaktdruck auf den Leiter aufrecht und gewährleistet eine gasdichte und vibrationsbeständige Verbindung. Dadurch entfallen Schrauben oder Drehmomentwerkzeuge und eine schnellere Verdrahtung wird ermöglicht.
A2: Bei den meisten Push-in-Klemmen muss die Isolierung abisoliert werden 10–11 mm (0.4 in) vor dem Einführen. Diese Länge gewährleistet vollen Kontakt mit der Feder und verhindert freiliegendes Kupfer. Prüfen Sie stets die genaue Abisolierlänge, die im Datenblatt des Herstellers angegeben ist.
A3: Bei Litzen wird die Verwendung von Aderendhülsen empfohlen, da sie lose Einzeldrähte zusammenpressen und einen gleichmäßigen Kontakt gewährleisten. Bei eindrähtigen Leitern sind keine Aderendhülsen erforderlich — der Leiter kann direkt eingeführt werden. Diese Empfehlung entspricht den Verdrahtungsnormen IEC 60352-7 und UL 1059.
A4: Die meisten Push-in-Klemmen verfügen über eine orangefarbene oder graue Auslösetaste. Drücken Sie diese Taste mit einem Schraubendreher oder der Fingerspitze und ziehen Sie den Draht gleichzeitig vorsichtig gerade heraus. Dadurch wird die Federklemme sicher gelöst, ohne den Leiter zu beschädigen.
A5: Ja. Push-in-Klemmen in Industriequalität sind für bis zu 57 A je nach Rastermaß und Leiterquerschnitt ausgelegt. Beispielsweise eignen sich die Modelle PT6 und PT10 von AOSI für Leistungskreise und erfüllen die Anforderungen an IEC 60947-7-1 die Stromtragfähigkeit.
A6: Push-in-Klemmen bieten eine gleichbleibende Klemmkraft und eliminieren das Risiko lockerer Schrauben durch Vibration oder Temperaturwechsel. Sie sind wartungsfrei, schneller zu verdrahten und reduzieren Installationsfehler um 50–70 %. Dadurch sind sie sicherer für industrielle Schaltschränke, SPS-Systeme und die Gebäudeautomation.
Schlussfolgerung
Push-in-Klemmleisten haben die Verdrahtungspraxis sowohl in industriellen als auch in DIY-Anwendungen verändert. Mit diesen einfachen Schritten — abisolieren, einführen, prüfen und lösen — erzielen Sie in wenigen Minuten zuverlässige und wartungsfreie Verbindungen.
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